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Grün in der Stadt Aktuelles

„Ich habe mich sofort in diesen Ort verliebt.“

Es gibt Orte, die die Seele berühren. Mit viel Liebe zum Detail hat Uwe Hauke einen solchen Ort in seinem Innenhof in der Oberen Karlstraße geschaffen.

Uwe Hauke hat in seinem Innenhof ein grünes Paradies geschaffen.

Ein Ort zum Träumen. Zum Ankommen. Das geschäftige Treiben der nahen Stadt ist plötzlich weit weg. Wenn Uwe Hauke das wuchtige Holztor schließt, das sein Blumengeschäft und vor allem den angrenzenden Innenhof vom Rest der Welt trennt, kann er sein Refugium in vollen Zügen genießen.

Natürlich teilt er diesen Ort der Ruhe auch. Lässt schauen. Staunen. Doch abends hat er es gerne für sich, dieses rechteckige Paradies mit unverstelltem Blick gen Himmel. „Ich habe mich sofort in diesen Ort verliebt“, sagt Uwe Hauke. Das ist nun 17 Jahre her. Seither ist viel passiert, hat sich in diesem Innenhof eine wahre Metamorphose vollzogen. Alte Fotografien zeigen einen funktionalen Ort mit Platz für Mülltonnen, Fahrräder, Unrat und Gerümpel. Uwe Hauke sieht schon damals mehr, ahnt das Potenzial, die Schönheit des Möglichen – und er krempelt die Ärmel hoch.

Beete und Pflanzen in der Oberen Karlstraße wechseln je nach Jahreszeit.Nach Feierabend wird aus dem staatlich geprüften Floristen und Absolventen der staatlichen Fachschule für Blumenkunst ein Gärtner. Er legt Beete an, versetzt Pflastersteine, zieht einen Kastanienbaum aus einer Kastanie, der, immer noch stolz im Kübel wachsend, mittlerweile zum schattenspendenden Schirm einer gemütlichen Sitzgruppe geworden ist.

„Damals meinten alle, ich sei verrückt“, lacht Uwe Hauke. Das Ergebnis begeistert ihn selbst heute noch immer wieder. „Der Hof entsteht immer wieder neu, verändert sich mit den Jahreszeiten und meinen Ideen. Hier probiere ich aus, gestalte um und finde jeden Tag eine andere Herausforderung, an der ich mich austoben kann.“

Seine Spielwiese bringt jedoch nicht nur Kastanienbäume hervor, sondern auch Erdbeeren oder Süßkartoffeln, die Uwe Hauke schon mal im Kübel zieht. Die Bodenplatten hat er nur zum Teil entfernt, um bei den in der Erde verborgenen Leitungen und Kabeln auf Nummer sicher zu gehen. „Man kann mit Kübeln sehr viel erreichen“, findet Uwe Hauke. Glückt ein Versuch, teilt er den gewonnenen Erfahrungsschatz. Austausch ist ihm wichtig. Genauso das Gespür für die kleinen Dinge.

Wer in Uwe Haukes Innenhof ein bisschen aus der Zeit rückt, den Blick streifen und die Seele baumeln lässt, entdeckt stetig Neues, das Herz und Augen erfreut. Der Hof als Suchbild, arrangiert von einem mit Sinn für Atmosphäre und Ästhetik. „Ich finde, die Leute müssen in diesen schnellen Zeiten das Sehen wieder lernen und wieder einen Sinn für die schönen Kleinigkeiten entwickeln“, sagt Hauke. Das leuchtende Violett des Lavendels. Der alte, knorrige Flieder. Das zufriedene Summen der Bienen. „Trödeln ist Widerstand gegen Hektik“ steht da in großen Buchstaben auf einem Kalenderblatt in „Haukes Gartenhaus“. Innehalten war nie einfacher.

 

Einen Blick hinter Uwe Haukes Holztor verwerfen - die grüne Oase im Innenhof als Kurzfilm.

04.11.2019
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