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Grün in der Stadt Aktuelles

Eine echte Herzensangelegenheit - Kurzfilm über einen Arbeitsalltag mit den "kleinen Riesen"

Bäume faszinieren Hans-Josef Werner. Zum Glück hat der Mitarbeiter von Stadtgrün fast täglich mit den grünen Riesen zu tun. Er sorgt dafür, dass die Wurzeln der Jungbäume auch bei hohen Temperaturen genügend Wasser bekommen.

Er hatte überlegt, auf den Bau zu gehen oder eine andere Ausbildung zu beginnen, doch das Gärtnern lag ihm einfach mehr. Schon sein Vater war Gärtner, kultivierte zu Hause in der familieneigenen Baumschule Obstbäume. Der Beruf des Baumschulgärtners schien Hans-Josef Werner also in die Wiege gelegt. Die Weiterbildung vor ein paar Jahren zum Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierungen war dann schon mehr als eine logische Konsequenz. Hans-Josef Werner hat seine Berufung gefunden.

Seit 1993 arbeitet er bei Erlangens Abteilung Stadtgrün, kümmert sich unter anderem um die Ersatzpflanzungen der Stadt. Über die Jahre pflanzte er etwa 2.500 Bäume, 100 im Jahr. „Viele Bäume kenne ich seit der Kinderstube und schaue ihnen seither beim Wachsen zu.“ Damit das besonders gut gelingt, kümmert sich Hans-Josef Werner auch darum, dass die Jungbäume im Stadtgebiet immer genug Wasser bekommen. Von Mitte April bis Mitte September bestimmt diese Tätigkeit seinen Arbeitsalltag. Dazu ist Hans-Josef Werner stets mit einem Traktor samt Tankanhänger unterwegs. Das Rangieren mit dem Gefährt sei „manchmal Millimeterarbeit“, das Wässern darf ruhig im größeren Maßstäben vonstatten gehen. So ein Baum ist durstig. Damit alle Bäume im Stadtgebiet auf ihre Kosten kommen, beginnt Hans-Josef Werner früh mit seiner Arbeit und ist schon unterwegs, wenn die Stadt erst erwacht.

Von den Saugstellen an den nahe gelegenen offenen Gewässern Schwabach und Regnitz geschöpft, chauffiert er das Wasser direkt vor jeden Baum, hackt dort die Erde mit der Harke auf, damit das Wasser besser einsickern kann und weniger verdunstet (einmal hacken spart zweimal gießen). Den Schlauch schließt er an den Tankwagen an und wässert dann, bis ein kleiner Teich um den Stamm herum entsteht. Während das Wasser versickert, wird der Gießvorgang dokumentiert. Denn jeder Baum in Erlangen hat eine Nummer. In besonders heißen Zeiten bekommen sie sogar einen Nachschlag. Ist der Boden stark verdichtet oder der Standort stark befahren, wird bei einigen Bäumen schon mit der Pflanzung ein Drainageschlauch eingesetzt. Dieser wird auf Ballenhöhe in die Baumscheibe gesteckt und erleichtert sowohl die Belüftung der Wurzeln als auch das Gießen. Hans-Josef Werner erledigt seinen Job längst routiniert. Jeder Handgriff sitzt. In manchen Fahrzeugen kann er die Bäume dank sogenanntem Gießarm wässern, ohne auszusteigen. So geht es schneller, ist an vielbefahrenen Straßen sicherer und die Fahrer der Autos hinter ihm müssen sich weniger gedulden.

Manche Bürger nehmen ihm aber auch mal Arbeit ab: „Die sagen dann: Da hinten müsst ihr nicht gießen, da kümmere ich mich schon drum.“ Weil besonders Jungbäume hitzeanfällig sind und am Stamm im Sommer teilweise hohe Temperaturen aushalten müssen,  streicht er sie weiß an. „Das wirkt dann wie bei uns die Sonnencreme.“ Besonders große Bäume faszinieren ihn. „Ich habe bislang fünf bis sechs Großbaumpflanzungen miterlebt, mit Radlader. Mit mehreren Männern waren wir oft über Stunden beschäftigt, da muss jeder mit anpacken“, erinnert er sich. Heute erledigt das eine externe Firma mit schwerem Gerät in einem Bruchteil der Zeit. Vor einigen Jahren begleitete Hans-Josef Werner die Verpflanzung einer Eiche, die ein Kollege für ihn in einem Fotoalbum dokumentiert hat. „Das blättere ich heute noch manchmal durch, und es macht mich sehr stolz.“ Umso häufiger pflanzt die Abteilung Stadtgrün / Hans-Josef Werner mit der Abteilung Stadtgrün daher junge Bäume mit einem Stammumfang von 16 bis 18 cm. Diese passen sich schneller an den Standort an und benötigen deutlich weniger Betreuung.

 

Pflege städtischer Bäume - Kleiner Ausschnitt aus Hans-Josef Werners Arbeitsalltag

18.11.2019
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