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Förderprogramm Aktuelles

Grüne Höfe für Erlangen

Die Liebe zum Detail steckt in Uwe Haukes Innenhof in den kleinen Dingen.GRÜNE LEBENSQUALITÄT STATT BETONWÜSTE

Viele Vor- und Hinterhöfe unserer Städte werdenvon alten Drahteseln, ungenutzten Wäschespinnen und verblassten Dekofiguren besiedelt. WuchtigeBetonplatten bilden eine undurchdringliche Barriere für alles, was wächst. Auch karge Schottergärten tragen nicht zum Wohlbefinden in einer Stadt bei. Unter den künstlichen Schichten verbirgt sich jedoch viel Potential. Entsiegelt man Höfe und ersetzt dort, wo es möglich ist, Beton durch Erde oder Asphalt durch einen wasserdurchlässigen Belag, leistet man einen wichtigen Beitrag zu einer lebenswerten Stadt. Denn: Eine großflächige Versiegelung sorgt für Hitzestau und steigert die Hochwassergefahr. Im Gegensatz dazu trägt eine Entsiegelung wesentlich zum Bodenschutz und zur Grundwasserneubildung bei. Denn bei unversiegelten Flächen wird das Regenwasser vom Boden gespeichert und durch die Pflanzen wieder verdunstet. Dies sorgt an heißen Tagen für angenehme Abkühlung im Vor- oder Hinterhof. Eine Entsiegelung bietet der Stadtnatur außerdem Raum zum Entfalten und schafft Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Und auch der Mensch steigert sein Wohlbefinden: Viel Grün hat nachweislich einen stimmungshebenden und stressmildernden Effekt. Nicht zuletzt verweilt es sich in einem grün gestalteten Hof gemeinsam umso lieber und länger.

MEHR FREIRAUM FÜR MENSCH UND NATUR

Eine Entsiegelung schafft die Grundlage für die Verwandlung einer Beton- oder Schotterwüste in ein grünes Paradies. Überprüfen Sie Ihr Grundstück auf versiegelte und befestigte Flächen. Für eine Entsiegelung und Begrünung eignen sich beispielsweise:

  • Stellflächen und Parkplätze
  • sehr breite oder nicht voll genutzte Wege
  • befestigte, versiegelte und geschotterte
  • Vorgärten
  • vollständig versiegelte Hofflächen

Tipp: Prüfen Sie, wo im Untergrund Leitungen verlaufen könnten!

Ist die Fläche entsiegelt, können Sie je nach Vorstellung und Gegebenheiten verschiedene Maßnahmen umsetzen. Auf größeren Flächen bietet sich das Anlegen einer insektenfreundlichen Blühwiese an, beispielsweise mit einem Saatbrief der Stadt Erlangen (beim Amt für Umweltschutz und Energiefragen erhältlich). Für Farbe im grünen Hof und einen Lebensraum für Insekten sorgen Wiesen-Margerite, Spitzblatt-Malve und Schwarze Königskerze. Wer das Grün nicht nur dem Auge und den Insekten überlassen möchte, kann Gemüse- und Kräuterbeete anlegen. Schnittlauch, Thymian und Salbei schmücken und schmecken, bei Borretsch sind die Blüten essbar. Mit Unterstützung von Rankhilfen sorgen Wald-Geißblatt und Zaunwinde – auch im Kübel – für einen grünen Anstrich, beispielsweise als begrünte Sichtschutzwand am Mülltonnenstellplatz. Zur Verschönerung des Hofs tragen auch die Wildrose und Sträucher wie Weißdorn, Brombeere und Holunder mit ihrer relativ geringen Wuchshöhe bei. Als Blickfang ist der Vogelbeerbaum eine gute Wahl, die anspruchslose Pflanze gedeiht auch im Kübel und kann als Futterpflanze und Nistgehölz für über 100 Tierarten dienen.


GRÜN VON DER FUGE BIS ZUR WAND

Manchmal ist eine komplette Entsiegelung nicht möglich. Auch bei teilweise entsiegelten Flächen bietet sich Ihnen eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. An vielen Stellen können wasserdurchlässige Beläge eingesetzt werden. Für Wege, Abstellflächen mit geringer Belastung und gelegentlich genutzte Stellplätze eignen sich Kies-Splitt-Decken und Schotterrasen, ein Gemisch aus Mutterboden und Schotter. Auf stärker belasteten Flächen ermöglichen Rasengittersteine und Rasenfugensteine eine schonende Befestigung. Um den Pflegeaufwand von Fugen bei Pflasterflächen zu reduzieren, sind begrünte zwei Zentimeter breite Fugen eine gute Wahl. Diese können beispielsweise mit Rotem Sand-Thymian begrünt werden. Dieser ist absolut trittfest und bildet von Juni bis August Hunderte von karminroten, insektenfreundlichen Blüten. Auch der heimische Scharfe Mauerpfeffer, der im Frühsommer goldgelb blüht, ist ein robuster Fugenfüller, der Insekten reichlich Nahrung bietet. Auch unbewachsen bieten sandgefüllte, nicht zu schmale Fugen – bei mit Steinen und Platten befestigten Wegen oder der Terrasse – einen Mehrwert. Sie sind wasserdurchlässig und die Spalten können an geeigneten Stellen Insekten als Brutstätte dienen. Dies gilt auch für andere lückige, sandige Stellen im Hof. Dabei sollten Sie darauf achten, diese weder zu düngen noch zu mulchen, zu wässern oder zu oft zu mähen. Mit den zahlreichen Begrünungsmöglichkeiten wird Ihr Hof nach und nach zu einem Refugium für alle Sinne: Stellen Sie doch ein paar Bänke, Tische und Sitzgruppen auf Holzrosten auf und nehmen Sie sich Zeit zum Genießen und Verweilen!

EIN KLEINES, GRÜNES STADTPARADIES

Nicht nur die Natur bekommt in einem begrünten Hof ein neues Zuhause, auch der Mensch darf es sich dort gemütlich machen. 2002 hat Uwe Hauke begonnen, aus seinem Innenhof in der Oberen Karlstraße eine grüne Oase zu machen. Heute fällt der Blick auf grüne Fassaden und lila Lavendelblüten. Hinter dem alten hölzernen Tor weicht jedes Geräusch einem leisen Summen und Schwirren in der Luft. Tristes Mauerwerk, nackten Beton und unansehnliche Flächen sucht man hier vergeblich. Bei der Umgestaltung hat sich Uwe Hauke auf die Gegebenheiten vor Ort eingestellt. Die Bodenplatten hat er nur zum Teil entfernt, da sich in der Erde zahlreiche Leitungen und Kabel verbergen. Auch Bäume konnte er nicht ohne Weiteres pflanzen. Dennoch spendet mittlerweile ein Kastanienbaum, selbst aus einer Kastanie gezogen, angenehmen Schatten. Kaum zu glauben, dass dieser Innenhof vor vielen Jahren noch ganz anders aussah. Mehr zu Uwe Haukes kleinem, grünen Paradies mitten in der Stadt erfahren Sie auf erlangen.de/gruen.

Tipp: Wer Bäume pflanzen möchte, kann auch mit Kübeln einiges erreichen!

IMMER EIN GEMEINSCHAFTSPROJEKT

Um einen düsteren Hinterhof in einen Wohlfühlort zu verwandeln, können Sie mit unseren Tipps und der Förderung für Begrünungsmaßnahmen ganz einfach aktiv werden! Ob als Hausgemeinschaft, als Eigentümer oder Eigentümerin und im Unternehmen: Ein grüner Innenhof ist immer ein Gemeinschaftsprojekt.
Gute Planung ist dabei entscheidend.

  1. Gemeinsam ein Konzept entwickeln
  2. Konkret planen, ggf. mit professioneller Beratung
  3. Ggf. Baugenehmigung einholen
  4. Vor Maßnahmenbeginn Fördermittel der Stadt Erlangen beantragen
  5. Planung umsetzen
  6. Nach Abschluss der Maßnahme Rechnung bei der Stadt Erlangen einreichen


Sie sind Mitarbeiterin oder Mitarbeiter eines Unternehmens, eines Handwerksbetriebs oder einer anderen Einrichtung? Auch an Ihrem Arbeitsplatz können Sie für ein grünes Umfeld sorgen. Sprechen Sie die Geschäftsführung an, um zu klären, ob und im welchem Maße eine Umgestaltung möglich ist.

27.05.2020
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