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Förderprogramm Aktuelles

Grüne Architektur

Auch im Herbst erstrahlt die grüne Fassade in bunten Farben

WARUM IST BEGRÜNUNG AN DACH UND FASSADE SO WICHTIG?

Besonders in den Sommermonaten werden die Folgen der dichten Bebauung und Versiegelung in den Städten spürbar. Die Luft scheint zu stehen, Hitze staut sich, Gebäude heizen sich auf. Für die Bewohner ist die Situation oft unerträglich. Klar ist: Es muss etwas geschehen. Die Begrünung von Dächern und Fassaden hilft dabei, Städte an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Sie kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Lebensqualität und die Gesundheit der Stadtbevölkerung zu steigern. Da eine Begrünung als zusätzliche Isolierung fungiert, bleibt es im Gebäude kühler. Pflanzen an Dach und Fassade filtern die Luft von Schadstoffen. Auch das Mikroklima wird durch die erhöhte Verdunstung von Wasser über die Blätter und durch die Senkung der Temperatur in der unmittelbaren Umgebung deutlich verbessert.

 

DACHBEGRÜNUNG  -  INDIVIDUELLE GESTALTUNG, VIELFALT FÜR DIE NATUR

Geeignet für eine Dachbegrünung sind vor allem Flachdächer oder Dächer mit einer leichten Neigung. Doch auch Schrägdächer und Leichtdachaufbauten lassen sich mit moderner Technik begrünen. Benötigt werden für alle Formen der Dachbegrünung eine Dachabdichtung und ein Wurzelschutz. Eine Dachbegrünung erlaubt eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Vom anspruchslosen Grasdach bis hin zu Sträuchern und Bäumen ist alles möglich. Die Begrünungskonzepte sollten individuell auf die Gebäudestatik abgestimmt werden. Aufgepasst: Begehbare Dachbegrünungen können ggf. genehmigungspflichtig sein!

Fakt: Schon 15 cm Dachbegrünung speichern bis zu 50 Prozent der Niederschlagsmenge!

Extensivbegrünung

Extensiv begrünte Dächer sind naturnah angelegt und haben daher einen geringen Pflegeaufwand. Extensive Begrünung eignet sich für alle Gebäudetypen, egal ob auf Garagen oder bei Wohn-, Büro- oder Industriegebäuden. Für diese Art der Begrünung bieten sich vor allem Kräuter, Gräser, Moose und Sedumarten wie Scharfer Mauerpfeffer und Felsen-Fetthenne an. Die Substratdicke sollte zwischen 8 und 15 cm betragen. Die Traglast dieser Form der Dachbegrünung ist vergleichbar mit der eines konventionellen Kiesdaches.


Intensivbegrünung

Intensivbegrünungen sind schlicht Dachgärten. Sie bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten, und eine hohe Artenvielfalt, brauchen aber auch intensivere Pflege. Dazu zählen unter anderem spezielle Düngung und Bewässerung. Auch die Ansprüche an die Statik des Gebäudes sind höher als bei der Extensivbegrünung. Eine einfache Intensivbegrünung mit einer Substratdicke von 15 bis 40 cm kann Arten wie das Blaukissen und die Färberkamille beherbergen. Mitunter wachsen hier sogar Bäume wie die Felsenbirne.

 

Stark verwurzelt: Die Glyzinien strecken ihre Äste vom Erdgeschoss bis zum Dach empor

AUF EINEN BLICK

Vorteile von Fassadenbegrünung

Vorteile von Dachbegrünung

• Verminderung der Windgeschwindigkeit

• Strahlungs- und Witterungsschutz

• Wärme- und kältedämmender Effekt

• Passende Kletterpflanze für jedes Gebäude

• Kompensation Bäumen in engen Straßenschluchten

• Schadstofffilter

• Akustische Dämmung

• Biodiversität

• Wohlfühlfaktor für den Menschen

• Strahlungs- und Witterungsschutz

• Einsparung von Heizenergie durch Dämmeffekt

• Speicherung von 50% - 90% der Niederschlagsmenge

• Entlastung der städtischen Kanalisation

• Schutz vor Hochwasser

• Schallabsorption

• Bindung von Schadstoffen aus der Luft

• Höherer Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen (Verdunstungskälte)

• Schaffung neuer Lebensräume für Pflanzen und Tiere

 

FASSADENBEGRÜNUNG - KEINE SCHEU VOR EFEU

Es ist ein landläufiges Vorurteil, dass Pflanzenwuchs an Fassaden das Mauerwerk beschädigt. Untersuchungen belegen, dass Schädigungen durch Kletterpflanzen nur entstehen, wenn die Bausubstanz bereits angegriffen ist. Bei der Verwendung von Klettergerüsten gibt es diesbezüglich keine Bedenken. Um für das jeweilige Gebäude den richtigen Bewuchs zu finden, können Expertinnen und Experten zu Rate gezogen werden.

 

VERTIKALE GÄRTEN

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Fassadenbegrünung zwischen selbstklimmenden Pflanzen und Gerüstkletterpflanzen. Selbstklimmer wie Efeu, Wilder Wein und Kletterhortensie sind Lichtflieher, d.h. ihre Triebe wachsen in Spalten und Maueröffnungen. Deren Einsatz ist daher nur bei einem intakten Mauerwerk oder bei der Verwendung von Klettergerüsten zu empfehlen. Robuste Arten wie Wilder Wein sind nicht heimisch. Sie bieten aber ebenso wie heimische Kletterkünstler viele Vorteile, beispielsweise als Brutplätze für die Tierwelt. Bei den Gerüstkletterpflanzen gibt es Ranker und Schlinger wie die Gewöhnliche Waldrebe, Wilder Hopfen oder Waldgeißblatt. Diese heimischen Arten sind im Hinblick auf die biologische Vielfalt zu bevorzugen. Daneben gibt es nicht heimische Arten wie zum Beispiel die Pfeifenwinde, die Trompetenwinde und den Blauregen. Ergänzt werden können die Kletterpflanzen durch andere vertikale Begrünungskonzepte. Auch der Einsatz von Kletterrose, Weinrebe oder Brombeere kann eine ideale Begrünungsmethode für räumlich beengte Verhältnisse in der Stadt sein.

Tipp: Im Herbst wuchernde Ausläufer in Tür-, Fenster- und Lüftungsbereichen beschneiden!

GUT BERATEN

Sowohl Fassaden- als auch Dachbegrünung sollten nur bei guter Fachkenntnis in Eigenregie durchgeführt werden, um Schäden am Gebäude zu vermeiden. Mit der richtigen Wahl an Pflanzen, passenden Kletterhilfen bei einer Fassadenbegrünung und geeignetem Substrat bei einer Dachbegrünung können mehrere Begrünungsziele – wie Gestaltungswünsche, ökologische Wirkungen und Schutzfunktionen – auf einmal erreicht werden. Für Planung und Ausführung empfiehlt es sich, fachlichen Rat einzuholen. Diesen bieten Landschaftsarchitekturbüros, Architektinnen und Architekten, Gärtnereien und Fachverbände an. Bei Dächern liefern außerdem Dachdeckerbetriebe Hilfestellung.

 

WERDEN SIE AKTIV!

Sie möchten Ihr Dach oder Ihre Fassade begrünen? Unterstützt werden private und gewerbliche Begrünungsmaßnahmen in Erlangen durch die Fördermöglichkeiten im Rahmen des städtischen Förderprogramms.

 

27.05.2020
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