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Über den Gedenkort

Historischer Hintergrund

Im Jahr 2014 fand die Ausstellung „… plötzlich gestorben – NS-Rassenhygiene 1933-1945“ statt. Die Ausstellung entstand als Kooperation zwischen dem Stadtarchiv Erlangen und der gruppo diffuso – Verein zur Förderung alternativer Medien Erlangen. Die gezeigten Ausstellungstafeln und ein Zeitstrahl stehen als PDF-Download zur Verfügung.

Download (PDF-Datei):

Hupfla Ausstellung

Wichtige Daten zur Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt

1834-1846 Errichtung der „Kreisirrenanstalt“ durch die Kreisregierung Mittelfranken als erste bayerische Klinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Architektur:

  • Gebäude nördlich des Maximiliansplatzes im panoptischen System (auch als Kreuzflügelanlage bezeichnet), orientiert an englischen Gefängnisbauten, ermöglicht Überwachung aller angrenzenden Flure von einem Punkt aus
  • in den sich ab 1868 anschließenden Bauten Übergang zur Pavillonbauweise (auch Schwabachanlage 10, gebaut 1874-1879)

1902 Eröffnung der Kreisirrenanstalt Ansbach, um stark zunehmende Zahl an PatientInnen unterzubringen

1903 Nervenklinik und Psychiatrie der Universität Erlangen zieht in den nördlichsten Gebäudeteil (Schwabachanlage 10) ein

1920er Anstaltsleiter Gustav Kolb führt System der Offenen Fürsorge ein: PatientInnen sollen möglichst frühzeitig entlassen und zu Hause betreut werden; gleichzeitig Verschlechterung der Verpflegungssituation

1934 Inkrafttreten des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ – etwa 100 Patientinnen der Anstalt werden zwangssterilisiert; Wilhelm Einsle wird neuer Leiter der Heil- und Pflegeanstalt

1940-1941 in sieben Transporten (vorausgegangen war ein Transport mit 21 jüdischen PatientInnen) Verlegung von 908 PatientInnen in die Tötungsanstalten Pirna-Sonnenstein und Hartheim/Linz

1942 „Hungerkosterlass“ des Bayerischen Innenministeriums

1940-1945 weitere ca. 1850 PatientInnen sterben in der Heil- und Pflegeanstalt – etwa 1500 an den direkten oder indirekten Folgen mangelhafter Ernährung

1945 nach Kriegsende wurde Wilhelm Einsle durch Werner Leibbrand als Anstaltsleiter ersetzt

1948 Gerichtsverfahren gegen Wilhelm Einsle und andere – alle Angeklagten wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen

ab 1977 Neubau als Bezirkskrankenhaus (jetzt Klinikum am Europakanal) und damit Umzug in den Stadtwesten – Gelände der Heil- und Pflegeanstalt geht an Universität; Abbruch der bestehenden Gebäude bis auf Direktionsgebäude (Maximiliansplatz 2), nördlicher Kopfflügel (Schwabachanlage 10), Villa des Anstaltsdirektors (Maximiliansplatz 3) und ehemaliges Ärztehaus II (Katholischer Kirchenplatz 9) und Ausbau des Universitätsklinikums

1996 Enthüllung eines Gedenksteins am Maximiliansplatz 2 – gestiftet von den Mitarbeitern des Bezirkskrankenhauses (heute: Klinikum am Europakanal)

2007 Verlegung von 27 Stolpersteinen vor dem Gebäude Maximiliansplatz 2 für die jüdischen Patientinnen und Patienten

Forschungsprojekt

Im Oktober 2019 startet das Forschungsprojekt „NS-‚Euthanasie‘ in Erlangen“ als Kooperation des  Stadtarchivs und des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin an der Friedrich-Alexander- Universität. Die vollständige Projektskizze finden Sie hier:

PDF-Downlad: Konzept Forschungsprojekt (Stadtratssitzung 28. März 2019)

Bei unserer Arbeit sind wir auch auf Ihre Hilfe und Unterstützung angewiesen!
Wenn Sie Informationen, Fotos oder anderes Material haben, wenden Sie sich bitte ans Stadtarchiv Erlangen.
Mail: stadtarchiv@stadt.erlangen.de
Telefon: 09131/862885

Gerne helfen wir Ihnen auch, wenn Sie Informationen über das Schicksal Ihrer Angehörigen in der Heil- und Pflegeanstalt Erlangen benötigen.

24.07.2019
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