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Weiterführende Informationen

Tiefbauamt Straßenbeleuchtung und Lichtzeichenanlagen

Historisches zur Straßenbeleuchtung und der 1. Ampel in Erlangen

Straßenbeleuchtung

Es war einmal:

Der Nachwächter schwenkt zur späten Stunde seine Laterne und die Bürger stolpern unsicher durch die dunklen Straßen der Stadt. Nur hier und da leuchtet eine Petroleumlampe an der Hausecke.
Das änderte sich am 28.01.1902 als die ersten Bogenlampen die Hauptstraße und den Bahnhofsvorplatz erleuchteten; ab 1906 auch die Erlanger Bergkirchweih.

Bogenlampen Hauptstraße

Diese Bogenlampen verdrängten bis 1927 die Gaslampen.

Unter dem Motto „Licht lockt Leute“ wurde die elektrische Beleuchtung mehr und mehr auch für die Schaufensterwerbung und für Leuchtschriften eingesetzt.
Bis 1956 stellt die Stadt die Beleuchtungsart der Straßenbeleuchtung von Glühlampen auf Leuchtstofflampen und schließlich auf Quecksilber- und Natriumdampfhochdrucklampen mit immer höherer Lichtausbeute um. Heute sind annähernd 50 % der eingesetzten Lampen hochwirtschaftliche Natriumdampfhochdrucklampen. Der Anteil der Leuchtstofflampen beträgt rd. 20 %, der Quecksilberdampfhochdrucklampen 30 %.

Heute sorgen rund 12.000 Lampen in Erlangen für Sicherheit auf den Straßen, Wegen und Plätzen.

Das Sachgebiet Straßenbeleuchtung und Verkehrsleittechnik ist Vorreiter in moderner angewandter Technik, die Geld spart und die Umwelt entlastet. Weniger Energiekosten, moderne, wirtschaftliche Leuchtmittel, eine ständige Prozess- und Kostenoptimierung - dafür setzen sich die Mitarbeiter stets ein.

Im Sachgebiet Straßenbeleuchtung wird die Beleuchtung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze sowie der Anleuchtung der historischen Gebäude geplant und unterhalten.  

Licht leitet uns auch durch den Verkehr in Form von Lichtsignalanlagen. Das Signal kam 1950 mit der ersten elektrischen Ampel am Hugenottenplatz.

 

Straßenverkehrssignalanlagen

Historisches:

Unter der Überschrift „Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk“ im „Erlanger Tagblatt“ vom 8. März 1950 wurde in Erlangen die erste Verkehrssignalanlage am Hugenottenplatz in Betrieb genommen.

Ampel historisch

„Die Anlage wurde nach modernster Bauweise und auf Grund des neuesten Standes der Verkehrssignaltechnik gebaut und von der in Erlangen seit kurzem ansässigen Direktion der Siemens-Schuckert-Werke AG der Stadt Erlangen als Geschenk übergeben. Zweifelsohne wird die Anlage in hohem Maß dazu beitragen, den im steten Steigen begriffenen Straßenverkehr zu sichern und zu fördern.

Die Steuerung der Anlage erfolgt mittels eines neuartigen Schaltgerätes, das durch einfachen Tastendruck sämtliche Ampeln entsprechend der vorgeschriebenen Farbfolge umschaltet. Darüber hinaus enthält das Schaltgerät ein automatisches Zeitschaltwerk, so dass der Ablauf der Phasenfolge selbsttätig, und zwar wahlweise im Abstand von 40 oder 60 Sekunden vor sich gehen kann.

Abschließend soll noch erwähnt sein, dass erstmalig auf dem Standplatz vor dem Schaltgerät eine Einrichtung für Fußbodenheizung montiert wurde, um bei besonders kalter Witterung dem bedienenden Polizeipersonal einen Frostschutz zu gewähren.

Leider konnte die Anlage nicht, wie ursprünglich vorgesehen, bereits an den Weihnachtstagen übergeben werden, da die wesentlichsten Bestandteile der Anlage in den Berliner Werken der Siemens & Halske AG hergestellt wurden und nur mit besonderen Ausfuhrerschwerungen aus der Stadt Berlin nach der Westzone gebracht werden konnten, was eine erhebliche zeitliche Verzögerung in der Einschaltung der Anlage zur Folge hatte.“

Unter folgendem Artikel im „Erlanger Tagblatt“ vom 10. März 1950 wurde sie der Bevölkerung vorgestellt:
„Am vergangenen Mittwoch morgens 8 Uhr wurde der Schlüssel zum Schaltwerk der Verkehrssignalanlage am Hugenottenplatz in Anwesenheit von Vertretern der Herstellerfirma Siemens-Halske und der schenkenden Firma Siemens-Schuckert, Polizeiamtmann Voigt als Vertreter der Stadt übergeben. Der Vertreter von EStW sprach dabei den Wunsch aus, dass „die Signalanlage stets nur den Weg für einen friedlichen Verkehr freigeben möge“.

Nun ist die Anlage zwei Tage im Betrieb und wird von allen Passanten eifrig betrachtet – aber leider noch nicht genügend beachtet. Während die meisten Autofahrer solche Anlagen aus den Großstädten schon kennen und deshalb auch meist richtig anhalten – von ein paar Einzelfällen abgesehen. Auch die Fahrzeuge der Besatzungsmacht beachten die Lichtsignale genau. Allerdings stoppen alle Kraftfahrzeuge meist zu nahe an den Ampeln, so dass die Sicherheit des Fußgängerverkehrs noch nicht voll gewährleistet ist. Um dies zu ändern, werden am kommenden Samstag in Abständen von etwa drei Metern vor jeder Ampel Straßennägel als Stoplinie angebracht.

Dagegen kann sich das Erlanger „Fußvolk“ an diese neumodische Einrichtung mit großstädtischem Akzent noch gar nicht so recht gewöhnen. Eine alte Frau fragte vorsorglich den Polizeibeamten: „Dass ich’s fei ja richtig mach“. Ganz Kluge, die sich nicht recht auskennen, machen für alle Fälle einen Umweg und überqueren die Hauptstraße abseits der Signalanlage.

Die Polizei weist deshalb nochmals darauf hin, dass die Fußgänger die Fahrbahn nur in senkrechter Fahrtrichtung überschreiten dürfen, wenn die Verkehrsampeln in dieser Richtung„g r ü n“aufleuchten. Sobald dasg e l b eLichtsignal kommt, müssen die noch auf dem Gehsteig befindlichen Fußgänger stehen bleiben, und diejenigen, die sich auf der Fahrbahn befinden, müssen sich beeilen die Kreuzung freizumachen, weilgleich darauf der Fahrverkehr in der anderen Richtung durch Aufleuchten derg r ü n e nLampen freigegeben wird. In der bisher freigegebenen Richtung kommt kurz nach demg e l b e nLichtzeichen dier o t eLampe. Dadurch ist dann in dieser Richtung jeglicher Verkehr gesperrt.
Einbiegende Fahrzeuge haben auf die Fußgänger, letztere auf die einbiegenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen.

Die Lichtzeichen bedeuten:
G r ü n = S t r a ß e  f r e i!
G e l b = A n h a l t e n! (für in der Kreuzung befindliche Verkehrsteilnehmer) K r e u z u n g  f r e i m a c h e n!
R o t = H a l t!

Der einzige, der die Vorteile der neuen Anlage sofort zu würdigen versteht, ist der Verkehrsschutzmann. Das Bedienen des Schalters am sicheren Bürgersteig erspart ihm die ständigen Freiübungen und außerdem braucht er nicht mehr zu befürchten, dass er einmal ungefragt auf dem Kühler eines Lastwagens davongefahren wird. Obendrein wärmt ihn die praktische Heizplatte angenehm die Füße – und er ist nun beinahe großstädtischer Verkehrsschutzmann mit allem Komfort.“

Heute planen, bauen und betreiben wir 133 Lichtsignalanlagen. Pulsierender Straßenverkehr, Kinder auf dem Weg zur Schule, der Fahrradverkehr unterwegs zur Arbeit - wäre ohne Ampelanlagen heute nicht mehr vorstellbar.

Neben der Erneuerung des Verkehrsrechners werden derzeit 58 Lichtsignalanlagen für die Beschleunigung des Busverkehrs und ein verbessertes Verkehrssteuerungskonzept für den Individualverkehr in Erlangen umgebaut.

01.10.2010
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