Biostadt Erlangen
Stand: 22.09.2025
Die Stadt Erlangen ist 2017 dem deutschen Biostädte-Netzwerk beigetreten und seitdem offiziell Biostadt. Das bedeutet, dass wir Bio in allen Bereichen von der Produktion in der ökologischen Landwirtschaft, der späteren Verarbeitung und dem Handel der Bio-Lebensmittel vor Ort über die Außer-Haus-Verpflegung bis hin zum Alltagskonsum zuhause voranbringen möchten.
Erlangen ist Mitglied des Biostädte-Netzwerks
Seit 2010 arbeiten Städte im deutschen Bio-Städte-Netzwerk zusammen, die den Ökolandbau und Bio-Lebensmittel fördern. Durch das gemeinsame Auftreten im Netzwerk der deutschen Bio-Städte, - Gemeinden und -Landkreise verleihen wir unserem Anliegen ein höheres politisches Gewicht.
Die Stadt Erlangen ist 2017 dem deutschen Biostädte-Netzwerk beigetreten und seitdem offiziell Biostadt. Das bedeutet, dass wir Bio in allen Bereichen von der Produktion in der ökologischen Landwirtschaft, der späteren Verarbeitung und dem Handel der Bio-Lebensmittel vor Ort über die Außer-Haus-Verpflegung bis hin zum Alltagskonsum zuhause voranbringen möchten.
Wir wollen gesunde und ökologische Ernährung für alle Menschen ermöglichen, eine zukunftsgerichtete Branche stärken und auch in diesem Feld unseren Beitrag leisten zu mehr Klimaschutz, Artenvielfalt und den globalen Nachhaltigkeitszielen. Aber auch die Stärkung regionaler Wertschöpfung, faire Lieferketten und der Erhalt der heimischen Kulturlandschaft sind uns wichtig – für uns gehen Bio und Regional Hand in Hand.
„Wir wollen als Stadt zeigen, dass man biologisches und regionales Essen zu fairen Preisen anbieten kann“, sagt Oberbürgermeister Florian Janik.
Lassen Sie sich inspirieren von der Vielfalt der lokalen Bio-Landschaft und unterstützen Sie mit uns zusammen eine lebendige und bunte Biostadt Erlangen!
Sie haben Fragen rund um Bio in der Gemeinschaftsverpflegung oder auf Festen und Märkten, zu Biowertschöpfungsketten oder zu Bildungsprojekten im Bereich Ernährung und Konsum? Kontaktieren Sie uns!
Sie sind auf der Suche nach einem Leitfaden zu Bio-Lebensmitteln in der Gemeinschafts-Gastronomie? Dann ist "Mehr Bio in Kommunen" genau das Richtige für Sie!
Sie sind als Lehrkraft auf der Suche nach einem Leitfaden für die Berufsschulpraxis für Fachlehrkräfte, um Bio-Lebensmittel erfolgreich in Profi-Küchen, Bäckereien und Metzgereien einzuführen? Dann ist „Bio in Topf und Kopf“ genau das Richtige für Sie!
Sie sind auf der Suche nach Veranstaltungen rund um Bio in der Region? Dann schauen Sie doch weiter unten in unseren Veranstaltungskalender! Oder Sie kommen direkt bei unserem BIO-Tag am Erlanger Herbst vorbei - mehr dazu erfahren Sie unten.
Sie sind auf der Suche nach Einkaufs- und Mitmachadressen? Wir haben alle Möglichkeiten unten für Sie zusammengetragen.
Sie haben Lust, sich selbst herauszufordern? Dann machen Sie mit bei der RegioPlus-Challenge - begleitet mit unserem Newsletter im Herbst oder unter dem Jahr selbstständig: 7 Tage - 50 km - 3 Joker! Hier geht es zur Anmeldung, Einkaufstipps, Veranstaltungshinweisen und Rezeptideen (plus Lapbook für Schulen).
Wissenswertes zu biologischer Landwirtschaft / Ökolandbau
1. Den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung fördern.
Für mehr Wissen rund um Bio-Lebensmittel und die Bio-Landwirtschaft besuchen Sie das Informationsportal zum ökologischen Landbau: www.oekolandbau.de
2. Bio-Lebensmitteln bei öffentlichen Einrichtungen, Veranstaltungen und Märkten Vorrang geben und den Bio-Anteil kontinuierlich erhöhen.
Lesen Sie mehr über Bio in öffentlichen Küchen und zum Kochen mit Bio-Produkten: www.bio-bitte.info
3. Insbesondere bei der Essenversorgung von Kindern und Jugendlichen auf gesunde Bio-Lebensmittel setzen und den Bio-Anteil der Verpflegung an Kitas und Schulen kontinuierlich erhöhen.
Mehr über nachhaltig essen in Kita und Schule erfahren Sie unter: www.biokannjeder.de
4. Über vielfältige Maßnahmen wie Aufklärung, Beratung und Bildungsarbeit private Verbraucher*innen, aber auch Kantinen und Mensen, Cateringunternehmen und Restaurants für Bio begeistern.
Schulen können sich zum Beispiel am bundesweiten Wettbewerb „Echt kuh-l!“ beteiligen: www.echtkuh-l.de
5. Die Bio-Branche vernetzen und Kooperation mit Biolandwirt*innen und Biobetrieben aufbauen.
6. Bio als Teil von Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachten und Aspekte wie Regionalität & Fairtrade, Klima- & Umweltschutz, Tierwohl & Veggi/Vegan und Lebensmittelverschwendung & Zero Waste mitdenken. Neben Lebensmitteln andere Produktbereiche wie Naturkosmetik, Bio-Drogeriewaren und Bio-Textilien u.v.m. einbeziehen.
Eine kleine Waren- und Einkaufskunde finden Sie hier: www.oekolandbau.de/bio-im-alltag
Als „Öko“ oder „Bio“ dürfen per Gesetz nur Lebensmittel bezeichnet werden, die mindestens den EU-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau entsprechen. Dafür müssen Unternehmen durch eine Öko-Kontrollstelle zertifiziert sein. Die Betriebe werden mindestens einmal im Jahr nach Voranmeldung kontrolliert, ergänzend gibt es unangemeldete Stichprobenkontrollen. Importierte Produkte dürfen nur dann als Bioware vermarktet werden, wenn der europäische Standard erfüllt ist.
Wo Bio draufsteht, ist also auch wirklich Bio drin!
EU-Bio-Logo
Die Kennzeichnung vorverpackter Biolebensmittel mit dem EU-Bio-Logo (+ Kontrollstellencode + Herkunftsangabe der Zutaten) ist verpflichtend.
Ist ein Produkt Bio, trägt es immer dieses Logo!
Bio-Siegel
Das deutsche Bio-Siegel kann zusätzlich zum EU-Bio-Logo für die Kennzeichnung von Biolebensmitteln verwendet werden.
Dieses Siegel ist optional und kein Muss für Bioprodukte!
Mehr zum staatlichen Bio-Siegel und zur Bio-Kennzeichnung: www.bio-siegel.de
Öko-Anbauverbände
Bio-Betriebe können sich zusätzlich einem von neun deutschen Anbauverbänden anschließen: Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Ecoland, Ecovin, Gäa, Naturland und Verbund Ökohöfe. Die Richtlinien dieser Verbände gehen in einigen Punkten über die EU-Vorschriften hinaus, insbesondere bei der Tierhaltung sind sie oft deutlich strenger. Die Produkte sind meistens mit dem Warenzeichen des jeweiligen Verbands gekennzeichnet.
Verbandslogos sind sozusagen die Königsdisziplin bei Bio!
Bayerisches Bio-Siegel
Das grüne Länder-Bio-Siegel liegt über den gesetzlichen Standards der EU-Öko-Verordnung und steht für ein dreistufiges Kontrollsystem. Beim blauen Siegel mit Herkunftsangabe (Bayern-Schriftzug + bayerische Landesfarbe im inneren Oval) ist zudem ein lückenloser Herkunftsnachweis möglich.
Das Bayernsiegel vereint Bio und Regional!
Mehr zum bayerischen Bio-Siegel und zum Herkunftsnachweis: www.stmelf.bayern.de/ernaehrung/markt/bio-siegel
Biolandwirtschaft ist ein ganzheitliches Konzept der Landbewirtschaftung. Pflanzenbau und Tierhaltung sind im Öko-Landbau eng miteinander verbunden: Die im Dünger, Boden und Futter enthaltenen Nährstoffe befinden sich in einem möglichst geschlossenen Kreislauf. Weil Tierzahl und Futterfläche genau aufeinander abgestimmt sein müssen, spricht man von flächengebundener Tierhaltung. Durch die Kreislaufwirtschaft schützt der ökologische Landbau Böden, Gewässer und Klima. Die Erzeugung ökologischer Produkte ist daher besonders umweltverträglich und schont nachhaltig die Ressourcen. Bio-Lebensmittel enthalten zum Beispiel deutlich weniger Nitrat und in viel geringerem Umfang Rückstände.
Die Artenzahlen auf ökologisch bewirtschafteten Flächen liegen bei der Ackerflora durchschnittlich um 95 %, bei Feldvögeln bis zu 35 % und bei Insekten um bis zu 26 % höher als im konventionellen Landbau. Einige Ökobetriebe züchten alte Pflanzensorten oder halten vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen.
Nur eine sehr begrenzte Anzahl von Zusatzstoffen ist laut EU-Öko-Verordnung im Rahmen der Lebensmittelverarbeitung zulässig. Hier wird außerdem auf Geschmacksverstärker, Farbstoffe sowie naturidentische oder künstliche Aromastoffe verzichtet. Gentechnik ist vollständig verboten. Anstelle industrieller Verarbeitung stehen häufiger handwerkliche Herstellungsverfahren, beispielsweise beim Brotbacken oder bei der Käseherstellung, im Vordergrund. Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau enthalten nachweislich mehr gesundheitsrelevante Inhaltsstoffe, Bio-Milch mehr Omega-3-Fettsäuren.
Fruchtfolge heißt der wechselnde Anbau verschiedener Kulturen, die unterschiedliche Ansprüche an den Boden stellen. Das funktioniert so: Regelmäßig angebaute Leguminosen (Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Lupinen oder Klee) reichern mithilfe ihrer Wurzeln, die in Gemeinschaft mit Bodenbakterien (Rhizobien oder Knöllchenbakterien) leben, Luft-Stickstoff im Boden an, den dann die folgenden Kulturen verbrauchen. Außerdem haben Krankheiten und Schädlinge im Fruchtwechsel weniger Chancen, sich zu verbreiten.
Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge und Verkrautung und industriell hergestellte Stickstoffdünger, bei deren Herstellung CO2 anfällt, dürfen im Öko-Landbau nicht verwendet werden. Stattdessen setzt die Bio-Landwirtschaft neben tierischem Dung (Gülle, Jauche, Mist) auch pflanzliche Dünger (Kompost) ein, um die Bodenfruchtbarkeit und ein aktives Bodenleben zu erhalten, gutes Pflanzenwachstum organisch zu fördern und den Boden weiter mit Humus anzureichern. Für die Bodengesundheit wird auch Humuswirtschaft mit Bodenlockerung und Gründüngung betrieben. Bio-Böden können durch ihren höheren Humusgehalt mehr CO2 speichern!
Die Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte als Vorbeugung gegen Krankheiten ist ein zentraler Punkt beim biologischen Pflanzenschutz. Dabei hilft das Wissen über günstige Pflanzen-Nachbarschaften, richtige Saatzeitpunkte sowie Standort- und Sortenwahl. Aber auch die aktive Förderung von Nützlingen und eine zeitgerechte Bodenbearbeitung sind wichtig. Unkrautregulierung ohne Chemie gelingt durch Fruchtfolge und Bodenbedeckung mit Mulch oder auch mechanisch.
Jedes Bio-Tier hat das Recht auf Platz und Auslauf, Tageslicht und frische Luft. Außerdem gilt: Mindestens die Hälfte der Stallfläche muss von fester Beschaffenheit und zum Beispiel mit Stroh eingestreut sein. Spaltenböden oder Gitterroste sowie Käfig- und Anbindehaltung sind verboten. Die Besatzdichte ist reglementiert, das ökologische Futter darf keine Leistungsförderer und keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten. Auch der Einsatz von Antibiotika ist an strenge Vorschriften gebunden, und Tiertransporte müssen möglichst kurz gehalten werden.
Die Verfahren im Öko-Landbau sind oft viel aufwändiger als bei der konventionellen Landwirtschaft. Das ist neben dem häufig etwas geringeren Ertrag einer der Gründe für den höheren Preis von Biolebensmitteln. Aber auch die ausgeprägte Vielseitigkeit der Betriebe spielt eine Rolle: Um geschlossene Betriebskreisläufe und weite Fruchtfolgen zu gewährleisten, müssen sie in der Regel sowohl Tierhaltung betreiben, als auch Futter- und Verkaufspflanzen anbauen. Die Produktion ist kostenintensiver infolge größerer Stallflächen und der benötigten Ackerflächen und arbeitsintensiver durch mechanische Unkrautbekämpfung und vorbeugenden Pflanzenschutz. Gleichzeitig enthalten heutige Preise im Supermarktregal in der Regel auch nicht die Folgekosten des Einsatzes von Stickstoff, Klimagasen, Energie und Landnutzungsänderungen, die bei konventioneller Ware meist deutlich höher sind. Wer sich Bio-Produkte auch mit kleinerem Geldbeutel leisten will, für den*die lohnt es sich, möglichst direkt bei den Erzeugern, gering verarbeitet und jahreszeitlich angepasst einzukaufen!
Weiterführende Links
Bioadressen in Erlangen
Hier können Sie in Erlangen Bio einkaufen oder sich aktiv für Bio einsetzen
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